Glaubwürdgkeit thematisiert
Rückblick auf Vortrag und Podiumsdiskussion der katholischen Kirche

Beim Themenabend der katholischen Kirche auf dem Podium (von links): Meggy Jackstadt, Sarah Schlegel, Patrick Hoffmann, Robert Glaß und Matthias Hellmich.Foto: HAZ/Katja Eggers
Lehrte. Mehr als 100 Menschen kamen in der städtischen Galerie zusammen, um über das Thema „Glaubwürdigkeit und Vertrauen“ zu sprechen, eingeladen von der katholischen Akademie des Bistums Hildesheim und der Pfarrgemeinde St. Bernward. Nach einem Kurzvortrag der Ethikerin und Philosophin Nora Lindemann, die ihren Impuls vor allem im Hinblick auf die Bedeutung von KI in der Glaubwürdigkeitsdebatte vertiefte, führte Meggy Jackstadt durch den Abend. Für das Organisationsteam Gemeinde St. Bernward fasst Thomas Weyer hier die Stellungnahmen der Podiumsmitglieder zusammen.

Robert Glaß, Direktor des Amtsgerichts Lehrte, erläuterte, wie Gerichte Aussagen einschätzen: „Wir müssen Glaubwürdigkeit immer wieder neu beurteilen und prüfen, ob Personen glaubhafte Angaben machen.“ Dafür seien Erfahrung und Intuition maßgeblich.

Sarah Schlegel, Priorin des Karmel St. Josef, sprach über den Vertrauensverlust der katholischen Kirche. Für eine glaubwürdige Aufarbeitung seien Offenheit, das Eingestehen von Fehlern, transparente Abläufe und externe Unterstützung entscheidend. Sie begrüße, dass Missbrauchsfälle ans Licht gekommen und Betroffene angehört worden seien.

Der Unternehmer Mathias Hellmich betonte die Bedeutung des Vertrauens im persönlichen Umfeld: „Man muss auch Glauben schenken. Hier in Lehrte vertraue ich den Menschen, die ich kenne und mit denen ich täglich zu tun habe.“ Einige wenige negative Erfahrungen, die zu Misstrauen führten, seien nur schwer wieder auszugleichen.

Patrick Hoffmann, Regio-Themenchef der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, verwies auf die Bedeutung unabhängiger Medien und journalistischer Sorgfalt. Seine Redaktion prüfe Informationen nach dem Zwei-Quellen-Prinzip. Zudem plädierte er für mehr Medienbildung: „Wir müssen uns einig sein, dass es Medienkompetenz geben muss, zum Beispiel als eigenes Schulfach.“

Zum Fazit teilt Thomas Weyer mit: „Die Diskussion zeigte: Vertrauen entsteht nicht von selbst. In Justiz, Kirche, Wirtschaft und Medien muss es immer wieder neu aufgebaut und durch verantwortungsvolles Handeln gestärkt werden.“

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