Eingeladen hatte die Stadt Burgdorf, da die Planungen für das längst überfällige neue Gerätehaus zuletzt Fahrt aufnahmen. Der Bauausschuss segnete die Absichten der Verwaltung, den Flächennutzungsplan zu ändern und einen Bebauungsplan für einen Neubau aufzustellen, in erster Instanz bereits Anfang September ab. In der Sitzung gab Michele Steglich von der Stadtplanung bekannt, dass die Verwaltung sechs Standorte überprüft habe und das Grundstück südlich des Duderstädter Weges gegenüber der Einmündung der Elisabeth-Hahne-Straße favorisiert werde.
An jenem Ort begrüßte die Abordnung der Stadtverwaltung um den Ersten Stadtrat Michael Kugel, Ordnungsamtleiter Christian Enderle und Projektleiterin Steglich sowie Ortsbrandmeister Kenneth Brockmann und dessen Stellvertreter Kay-Uwe Klitzke die interessierten Einwohner. „Wir wollen noch einmal alle mitnehmen, bevor es an den Bebauungsplan geht“, sagte Enderle.
Der Leiter des Ordnungsamtes unterstrich die Dringlichkeit eines Neubaus, den die Feuerwehr-Unfallkasse 2019 ursprünglich binnen fünf Jahren gefordert hatte. Auch komme der Hülptingser Feuerwehr eine besondere Bedeutung zu, da sie einen Teil der Burgdorfer Südstadt, des Gewerbegebietes und des Burgdorfer Holzes mit abdecke. „Das schafft die Feuerwehr Burgdorf nicht alleine.“
Für Gesprächsstoff sorgten während der kurzen Präsentation durch Steglich in erster Linie die Zukunft des Bolzplatzes, die Anfahrts- und Ausfahrtswege der Feuerwehr sowie die Verkehrssicherheit. „Wir sollen schnell vor Ort sein, aber auch nicht stören“, fasste Kugel das Dilemma der Feuerwehren zusammen.
Das sieht auch Anne Jansen so, die mit ihrer 13-jährigen Tochter Nele zur Infoveranstaltung gekommen ist. Die 50-Jährige wohnt im unmittelbar anliegenden Neubaugebiet und findet den gewählten Standort super. „Das Wohngebiet wird abgedeckt, es geht um schnelle Hilfe“, sagt Jansen. Sie könne die Kritik nicht verstehen. Dass das derzeitige Gerätehaus mitten im Ort stehe, interessiere schließlich auch niemanden. Darüber hinaus könne der Standort der Nachwuchsgewinnung dienen, da hier viele Kinder wohnten, meint Sven Berkhahn in Begleitung seines Vaters Gerd.
Als Betreuer der Nachbarschaftsgärten in der Umgebung hatte Hans Martens anfangs die Sorge, dass es durch den Neubau „Eingriffe in die Gärten“ gebe. Da sich diese jedoch nicht bewahrheiteten, stehe er den Plänen positiv gegenüber. Der 70-Jährige sei froh darüber, dass die angrenzende Baumreihe erhalten bleiben soll. Auch für Claudia Ohnesorge vom Nachbarschaftstreff Burgdorf hat die Feuerwehr grundsätzlich einen hohen Stellenwert. „Uns ist aber wahnsinnig wichtig, dass der Bolz- und der Basketballplatz hier in der Nähe bleiben.“
So würden in der Nachbarschaft sehr viele Kinder wohnen, die die Spielflächen häufig besuchen. Die Aussichten für einen Erhalt der Fläche stehen gut, wie Steglich bestätigte. Demnach sei angedacht, den Bolzplatz südlich der Nachbarschaftsgärten zu platzieren. Gudrun Peters, ebenfalls vom Nachbarschaftstreff, blickt derweil mit gemischten Gefühlen auf die Wahl des Standortes. Da sie sich Sorgen um die Sicherheit der Kinder mache, hatte sie auf einen anderen Standort gehofft.
Die Pläne für den Neubau sollen am Donnerstag, 12. November, noch einmal durch den Feuerwehrausschuss gehen, teilten Enderle und Kugel mit. Wenn zum Jahresende alles abgesegnet ist, soll im nächsten Jahr die Durchführungsphase beginnen. „Vorbehaltlich der Haushaltsmittel wollen wir 2028 mit dem Bau starten und Ende 2029 fertig sein“, blickt der Leiter des Ordnungsamtes voraus.