Dabei ist ihm auch deutliche Erleichterung anzuhören. Denn zuvor hatte das Scena-Team mehr als die übliche Anspannung vor einem Konzert erlebt. Der Cellist des Pariser Klaviertrios „Karénine“ musste wegen eines Trauerfalls kurzfristig absagen; damit stand der geplante Abend infrage. Doch die beiden verbleibenden Ensemble-Mitglieder Kouider und Dieudegard suchten gemeinsam mit ihrer Agentur über ihre Netzwerke nach Ersatz und gewannen Enders, der spontan aus Berlin anreiste.
Trotz der kurzen Vorbereitungszeit hielten die drei Musiker an dem geplanten anspruchsvollen Programm fest. Es umfasste unter anderem Griegs Andante con moto, das zweite Klaviertrio von Saint-Saens und Tschaikowskys Klaviertrio in a-Moll. Das war nur möglich, weil Enders das Programm bereits kannte. „Selten hörte man den Scena-Flügel transparenter und kammermusikalischer als unter den Händen von Paloma Kouider. Und Geiger Julien Dieudegard verzauberte mit intimsten Momenten, besonders im Dialog mit dem Cello“, resümiert Schorr. Als Zugabe erklang der zweite Satz aus Maurice Ravels a-Moll-Trio, mit dem die drei ihr Publikum in den herbstlichen Abend verabschiedeten.